Die Okidoki – Indianer Geschichte
Es hatte einmal ein kleiner weißer Baumwollfaden, der hatte ganz viel Angst, dass er so wie er war, zu nichts nutze sei. Ganz verzweifelt dachte er immer wieder: “Ich bin nicht gut genug, ich tauge nichts. Für einen Pullover bin ich viel zu dick. Selbst für einen winzig kleinen Puppenpullover tauge ich nichts! Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach. Nicht mal ein Hüpfseil kann ich aus mir machen lassen! Mich an andere kräftige, dicke, lange Fäden anknüpfen kann ich nicht, die lachen doch sowieso über mich. Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos. Ja, wenn ich aus Goldgarn wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid … Aber so?! Ich bin zu gar nichts nütze. Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Keiner beachtet mich. Es mag mich sowieso niemand.“
So sprach der kleine weiße Baumwollfaden mit sich – Tag für Tag. Er zog sich ganz zurück, hörte sich traurige Musik an und weinte viel. Er gab sich ganz seinem Selbstmitleid hin. Eines Tages klopften seine neuen Nachbarn an der Tür: ein paar lange Holzstangen. Die Holzstangen wollten sich bei dem Baumwollfaden vorstellen. Als sie sahen, wie traurig der kleine weiße Baumwollfaden war und sie sich den Grund dafür erzählen ließen, sagten sie: “ Lass dich doch nicht so hängen, du schöner, kleiner, weißer Baumwollfaden. Uns kommt da so eine Idee: wir sollten uns zusammen tun! Für ein großes Zirkuszelt sind wir zu wenige und du zu klein, doch für ein Indianer – Tipi reicht es allemal. Es ist doch viel besser, etwas gemeinsam zu Unternehmen.“ Da war der kleine weiße Baumwollfaden ganz glücklich und tat sich mit den langen Holzstangen zusammen und sagte: “ Endlich hat mein Dasein einen Sinn.“
Wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch viele kleine weiße Baumwollfaden und lange Holzstangen, die sich zusammentun könnten, um ganz viele Indianer – Tipi´s zu werden?!
Von Tino H.
